Unter dem Titel Gemeinsteine knüpft das Projekt an die historische Tradition Österreichs an, Mosaikkunst in den öffentlichen Raum zu integrieren. Diese Tradition war besonders in der Nachkriegszeit (1950er–1970er Jahre) von Bedeutung, als Mosaike Teil eines kulturellen und architektonischen Wiederaufbaus waren, der gemeinsame Werte und die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften in den Vordergrund stellte.
Österreich blickt auf eine lange und reiche Geschichte der Einbindung von Kunst in das öffentliche Leben zurück, wobei Mosaike in den Nachkriegsjahrzehnten eine Schlüsselrolle spielten. In dieser Zeit trugen Künstler:innen zur kulturellen Erneuerung städtischer Räume bei, indem sie Werke für Schulen, Wohnsiedlungen und öffentliche Gebäude schufen, oft unterstützt durch Initiativen wie „Kunst am Bau“, die dafür sorgten, dass Kunst Teil des Alltags wurde. Die Künstler:innen, die diese Tradition prägten, waren der Überzeugung, dass Kunst nicht vom Leben getrennt sein sollte. Ihre öffentlichen Skulpturen und Mosaike waren dazu gedacht, mit ihnen zu leben, nicht nur sie zu betrachten – eine Idee, die eng mit der Philosophie von AIR InSILo übereinstimmt, die die Untrennbarkeit von künstlerischem Schaffen und Alltag betont.
Gemeinsteine baut auf diesem Erbe auf und überträgt es in die Gegenwart, indem es eine neue Form öffentlicher Kunst schafft, die nicht nur in der Gemeinschaft verwurzelt ist, sondern auch von ihr geprägt wird.