Dislocation Interplay
31.10.2026

„Dislocation Interplay“ verkörpert die Begegnung mit und die Entdeckung eines neuen Terrains. Unsere Reise ist eine Feldforschung vor Ort in der Gegend von Hollabrunn, die sich sowohl auf deren Geschichte, Topografie und Kultur als auch auf unsere eigenen Alltagsroutinen bezieht. Wir lesen diese Landschaft als einen Spielplatz voller Potenziale und Möglichkeiten, an dem das physische Territorium von Hollabrunn auf den Geist seiner Geschichte und das nichtlineare lokale Gedächtnis trifft. Unser Ansatz ist dabei viel mehr ein Mindmapping als eine Dokumentation, eher ein Patchwork als eine ausschließende Herangehensweise.

In Anlehnung an das Konzept der Falte (le pli) von Gilles Deleuze untersuchen wir die Möglichkeiten, die Kluft zwischen dem Betrachter und dem Betrachteten zu überbrücken. Unser Interesse gilt dem liminalen Zustand eines Ortes; wir wollen das erfassen, was unter der Ebene des Sichtbaren verborgen ist, sowie die Kartografie von Alternativen und nichtlinearen Verbindungen. Uns interessieren die Momente der Wahrnehmung, in denen wir mehr wissen, als wir sagen können, in denen sich die lokalen Gegebenheiten auf übergeordnete Konzepte ausweiten und sich mit parallelen Orten und gleichzeitigen Realitäten überschneiden.
In unserem Projekt bedeutet Dislokation Neukalibrierung. Der Akt des Schaffens als eine Form des Denkens. In ihrem Ursprung sind unsere künstlerischen Manöver von Natur aus performativ.
Im Alltag spazieren wir mit unserem Hund durch die Umgebung, multisensorisch; wir erfassen, nehmen wahr, beobachten; wir führen eine Art psychogeografische Bodenprobenahme durch. Wir erkunden und sammeln, wir beobachten und lauschen, wir greifen ein und verändern, und wir dokumentieren unser Vorgehen. Wir sehen, was da ist – und was nicht.
Es handelt sich um eine experimentelle, künstlerische Erfassung der Landschaft, die zu verschiedenen Formen des Wissens führt. Unsere visuellen Notizen, Feldaufnahmen, Fundstücke und Found Footage werden zu Bestandteilen unseres Archivs und manifestieren sich in Collagen, Zeichnungen, skulpturalen Objekten, Tonaufnahmen, vergänglichen Interventionen – sowie als Zusammenspiel aus Abstraktionen, Analogien und Metaphern.